Studie: Polen in der EU auf Platz 2 bei Investitionen im Baubereich

Studie: Polen in der EU auf Platz 2 bei Investitionen im Baubereich

24.01.2022

Polen gehört zu den EU-Ländern, die am stärksten in den Baubereich investieren. Deutschland befindet sich mit einem Anteil von 6,1 Prozent des Bausektors am BIP im Mittelfeld. Diese Ergebnisse gehen aus dem aktuellen Bericht Budindex 2020/21 hervor, den das größte polnische Bauunternehmen Budimex veröffentlicht hat.

2020 gab Polen 7,4 Prozent seines Bruttoinlandprodukts (BIP) für Bauinvestitionen aus. Dies überschreitet den EU-Durchschnitt von 5,86 Prozent um rund 1,5 Prozentpunkte. Das Land nimmt damit den zweiten Platz in der Rangliste ein – direkt hinter Finnland. Finnland investierte 8 Prozent seines BIPs im Baubereich. Griechenland (1,7 Prozent) und Irland (2,2 Prozent) verzeichneten, so der Bericht, die geringsten Bauausgaben. Im Verhältnis zu ihrer Wirtschaftskraft können Österreich und Litauen mit Polen Schritt halten, Rumänien schneidet ein wenig schlechter ab (7,3 Prozent). Deutschland überschreitet den EU-Durchschnitt um 0,24 Prozentpunkte und besetzt damit den 15. Platz (6,1 Prozent). „Wir berücksichtigen die größten Bauvorhaben in der EU. Daraus leiten wir eine Rangliste von Ländern ab, die in Relation zu ihrem BIP die höchsten Bauinvestitionen vorweisen“, erklärt Artur Popko, Geschäftsführer von Budimex.

Der Bericht stellt auch die größten Bauprojekte in den EU-Ländern vor, die sich aktuell in der Vorbereitungsphase des Baus befinden. Dazu gehören große Infrastrukturprojekte wie z. B. der 64 Kilometer lange Eisenbahntunnel unter dem Brennerpass zwischen Österreich und Italien (Investitionen in Höhe von über 8 Mrd. Euro) und der Bau der Seine-Schelde-Wasserstraße in Nordfrankreich (Investitionen in Höhe von 8 Mrd. Euro). Ein außergewöhnliches Infrastruktur-Projekt stellt der Bau einer 270 Kilometer langen Bahnstrecke für Hochgeschwindigkeitszüge zwischen Turin und Lyon für 25 Mrd. Euro dar. Die Arbeiten sollen planmäßig bis Ende 2032 abgeschlossen sein. Im Bau bereits weit fortgeschritten ist die Hamburger Hafencity in Deutschland, Europas größtes innerstädtisches Entwicklungsgebiet. Auf einer Fläche von 127 Hektar entsteht eine integrierte Nutzungsfläche, die Arbeit, Forschung und Kultur vereint. Das Projekt weist ein Investitionsvolumen von 13 Mrd. Euro auf.

Rangliste: Anteil des Bausektors am BIP im Jahr 2020 in Prozent

  1. Finnland 8,0 Prozent
  2. Polen 7,4 Prozent
  3. Österreich 7,4 Prozent
  4. Litauen 7,4 Prozent
  5. Rumänien 7,3 Prozent
  6. Lettland 7,0 Prozent
  7. Slowakei 6,9 Prozent
  8. Schweden 6,7 Prozent
  9. Estland 6,4 Prozent
  10. Spanien 6,3 Prozent
  11. Kroatien 6,3 Prozent
  12. Slowenien 6,3 Prozent
  13. Zypern 6,3 Prozent
  14. Luxembourg 6,2 Prozent
  15. Deutschland 6,1 Prozent
  16. Dänemark 6,0 Prozent
  17. Tschechien 6,0 Prozent
  18. Ungarn 5,7 Prozent
  19. Belgien 5,5 Prozent
  20. Niederlande 5,4 Prozent
  21. Frankreich 5,3 Prozent
  22. Bulgarien 4,9 Prozent
  23. Portugal 4,7 Prozent
  24. Malta 4,5 Prozent
  25. Italien 4,3 Prozent
  26. Irland 2,2 Prozent
  27. Griechenland 1,7 Prozent

Durchschnitt in der EU: 5,86 Prozent

Der öffentliche Sektor spielt immer noch eine bedeutende Rolle bei Großinvestitionen in Europa. „Die hohe Platzierung in der Budindex-Rangliste 2020/21 verdankt Polen zweifellos umfangreichen Investitionen durch private und öffentliche Investoren. Sie haben umfangreiche Mittel für die Umsetzung von Transport-, Energie- und Sozialprojekten bereitgestellt. Nach Jahren des Rückstands hatte Polen viel aufzuholen“, stellt Jan Styliński, Vorsitzender des Polnischen Arbeitgeberverbands der Bauindustrie (PZPB), in dem Bericht fest.

Die Autoren des Berichts betonen, dass in den Jahren nach der Corona-Pandemie sowohl in Polen, als auch in den anderen EU-Mitgliedstaaten, öffentliche Investitionen in großem Umfang zu erwarten seien.

„Wir vermuten, dass wir am Ende dieses Jahrzehnts einerseits hochspezialisierte kleinere Bauunternehmen haben werden, andererseits einige europaweit aktive Baukonzerne, die Konsolidierungsprozessen und bis zu einem gewissen Grad Fusionen durch globale Konzerne, vor allem aus Asien, unterworfen sein werden“, so Jan Styliński.

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BUDIMEX SA ist seit mehr als 50 Jahren am Markt und hat einen bedeutenden Anteil an der wirtschaftlichen Entwicklung Polens. Mit unserer Arbeit verbessern wir die Lebensqualität von Millionen Polen. In den 50 Jahren unseres Bestehens haben wir Tausende von modernen Infrastruktur-, Hochbau- und Industrieprojekten abgeschlossen. Innovationskultur, Verbesserung und Befolgung der Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung haben uns zum Marktführer auf dem polnischen Baumarkt gemacht. Wir sind nicht nur auf dem polnischen Markt, sondern auch im Ausland präsent. Unser Engagement in den Bereichen Facility Management und Abfallwirtschaft bauen wir sukzessiv aus. Unsere Gesellschaft ist seit 1995 an der Warschauer Wertpapierbörse notiert und wird seit 2011 im ESG-Index gelistet, dem Index der verantwortungsvollsten börsennotierten Gesellschaften. Unser strategischer Investor Ferrovial ist ein spanisches Unternehmen, das weltweit tätig ist. Zur Gruppe gehören außerdem Mostostal Kraków und FB Serwis.

Weitere Informationen finden Sie unter www.budimex.pl/de

 

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